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Renaturierung der Caßlauer Wiesenteiche

Die Teiche im Landkreis Bautzen sind nicht nur ein wichtiger Lebensraum für Amphibien und Libellen, sondern auch für eine faszinierende Tiergruppe: Wasserkäfer. Mit gezielten Eingriffen wurden die Ufer der Caßlauer Wiesenteiche umgestaltet und neue Flachwasserzonen geschaffen. Davon profitieren Kolbenwasserkäfer (Hydrous spec.), Gaukler (Cybister lateralimarginalis) und Gelbrandkäfer (Dytiscus spec.), deren Larven flache, besonnte Uferbereiche zur Entwicklung benötigen.

Flache Ufer für die nächste Käfergeneration

Ein zentrales Problem für Wasserkäfer und Libellen war bislang das Fehlen von flachen Uferzonen an den Wiesenteichen. Die Teiche wurden durch Entschlammungen in der Vergangenheit stark vertieft, sodass im vollbespannten Zustand nur Steilufer vorhanden waren. Erst durch das sommerliche Austrocknen der steilufrigen Teiche entstanden solche Flachwasserzonen – aber zu spät für die Fortpflanzung der Käfer. Die verbliebene Zeit bis zum Trockenfallen des Teichs reichte meist nicht aus, um die Entwicklung der Larven abzuschließen. Bei der jetzigen Renaturierung wurde im Zuge der Entschlammung gezielt flache Uferbereiche geschaffen.

Wassermanagement und nachhaltige Pflege

Um die Wasserführung der Teiche langfristig zu verbessern, wurde der mittig gelegene Teichständer reaktiviert. Dadurch kann Wasser aus dem Oberen Wiesenteich gezielt in den Unteren Wiesenteich geleitet werden. Zusätzlich wurden Dammbereiche saniert und erhöht, sodass der Wasserspiegel künftig um bis zu 30 cm höher angestaut werden kann. Dies verzögert das Austrocknen der Teiche im Sommer und wirkt sich positiv auf den Reproduktionserfolg der Wasserinsekten und Libellen aus. Durch die verbesserten Lebensraumbedingungen steigen die Chancen auf eine Wiederansiedlung des Schmalbindigen Breitflügel-Tauchkäfers (Graphoderus bilineatus), der Sumpfheidelibelle (Sympetrum depressiusculum) oder der Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum).

Auf einer der Inseln im Teich wurden zusätzlich Gehölze entfernt, damit Wasservögel wie Reiherente und Tafelente dort brüten können. Ein weiterer wichtiger Aspekt war zudem die Entfernung von Schilf, um die Verdunstung zu verringern und die Verlandung zurückzudrängen. Langfristig wird ein regelmäßiger Schilfschnitt notwendig sein, um die Teiche in einem ökologisch wertvollen Zustand zu halten.